2 Monster-Puppen

Warum ich am 03.04.2016 den Paris-Marathon für die Kinder aus den Slums von Dhaka, Bangladesch, laufen werde und was mich berührt hat, will ich euch mit einem Buch zeigen.
Das Buch „Slum-Kind“ besteht aus Kurzgeschichten, die zeigen wie ein Kind aus dem Slum die Welt sieht.

„2 Monster-Puppen“, eine Kurz-Geschichte aus dem Buch „Slum-Kind“




 

Ich darf sie nicht mitnehmen, sagte Mama.

Dabei waren sie die einzigen 2 Monster High Puppen, die ich hatte.
Beide hat mir Tante Sharina geschenkt.

Die Puppe „Clawdeen Wolf“ habe ich vor 2 Jahren zu meinem Geburtstag bekommen, „Casta Fierce“ habe ich letztes Jahr zu meinem 10. Geburtstag bekommen.

Tante Sharia hat bei UNICEF in der Stadt gearbeitet. Manchmal hat sie die Hilfspakete aus Deutschland sortieren müssen. 2 Mal hatte sie Glück und fand eine Monster High Puppe. Als sie die Puppen in eigene Tasche steckte hat sie gehofft, dass es niemand gesehen hat. Sie hätte bestimmt die Arbeit verloren, hätte man sie erwischt.

Ich habe mich über beide Puppen sehr gefreut! Man kann toll mit ihnen spielen.

Vielleicht habe ich Glück und kriege noch welche.

„Morgen fängt ein neues Leben für dich an. Du kannst sie nicht mitnehmen“, sagte meine Mama, während sie meine Tasche packte.

Ich habe in Ihren Augen gesehen, dass sie fast geweint hat. Ihre Oberlippe zittert immer, wenn sie traurig ist.
Als erstes hat mich meine Mama gewaschen und anschließen hat Tante Sharina meine Haare gekämmt. Als die Haare fertig waren, befestigten sie die schwere Goldkette über meiner Stirn. Sie gehörte meiner Oma und davor ihrer Mutter. Sie trugen sie auch zu ihren eigenen Hochzeiten.
Die Kette war das einzige, das meine Mutter mitnehmen konnte als wir nach Dhaka kamen.

Als Tante Sharina anfing mich zu schminken, hat sie geweint.

Meine Mutter ging aus dem Haus, um den Eimer mit dem Schmutzwasser auszuleeren.

Tante Sharina steckte schnell und heimlich die beiden Puppen in meine Tasche hinein. Tief unter alle anderen Sachen.

Sie schaute mir in die Augen und ich sah ihre Tränen.

 


Über 70% der Mädchen in Bangladesch werden bereits vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet. Mehr als 50% davon sind sogar jünger als 14.

Laut UNICEF ist Bangladesch das Land mit der höchsten Quote an Kinderhochzeiten.

Mit so einer Hochzeit endet für die Mädchen nicht nur abrupt die Kindheit, sie bekommen dadurch auch einen sehr schlechten Start für das spätere Leben. Gewalt, Missbrauch, verfrühte Schwangerschaft und HIV-Infektionen sind in der Regel die Folgen. So geborene Kinder verfallen selbst in die Tiefe der Armutsspirale und vergrößern noch mehr das Problem der Slums.

Die Gründe für dieses Verhalten sind mit Sicherheit in der Armut sowie in der fehlenden Bildung zu suchen.
Somit steckt auch die Lösung dieses Problems in der Bildung. Mit Bildung kann die Spirale der Armut unterbrochen werden und eine Zukunft für diese Kinder geschaffen werden.

 
Zum Spenden
 
 

   

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