Photografie-Ausstellung „Gathered Leaves“ von Alec Soth

Ich muss sagen die Ausstellung (Haus der Photografie, Hamburg) hat bei mir mehrere „Aha“ Momente ausgelöst. Einige meiner Weltbilder wurden auf dem Kopf gestellt und es haben sich noch mehr Fragen aufgetan.

Alec Soth gehört zu den berühmtesten Fotografen der heutigen Zeit. Sein Genre bezeichnet man als Dokumentarfotografie. Und genau wegen besagtem Genre gewann ich bereits erste Erkenntnisse.

Bei seiner Arbeit ist schön zu beobachten, wie Dokumentarfotografie sich von anderen Arten der Fotographie unterscheidet.

Es geht um die Geschichte, die hinter dem Bild erzählt wird. Die daneben aufgeschrieben wird und dessen Stückchen, aber wirklich nur Stückchen, im Foto wieder zu finden sind. Ich glaube man kann sagen, dass die Fotografie, ohne besagte Geschichte, in den seltensten Fällen etwas besonders wäre. Ich weiß nicht, ob dies bei allen Dokumentarfotografen der Fall ist, allerdings erscheint mir bei Soth fast jedes Bild wie ein Snap Shot, welcher nur durch die zugehörige Geschichte zu etwas besonderem wird.

Und Geschichten hat Soth genüge. Teilweise sind diese skurril und surr-realistisch, und zeugen von den Gedanken, welche wahrlich nicht dem Main Stream entsprechen.

Verbindungen zwischen Gedanken von Soth und seinen Fotografien sind manchmal nicht leicht zu ergründen, was bei einer so komplexen Persönlichkeit wie der seinen aber zu erwarten wäre.

 

Niagara Motive sind ein gutes Beispiel und die Verbindung zwischen den Niagara-Fällen und Sexualität sind sehr schwer zu ergründen. Wieso und Warum bleiben hier ungeklärt.

Eine weitere Offenbarung für mich war, dass man alle Theorien der „guten“ Fotografien einfach vergessen kann. Hierbei beziehe ich mich auf Komposition, Licht, Perspektive usw.

Fast alle Fotos, die man in der Ausstellung sehen kann, zeigen eigentlich etwas ganz anderes. Licht ist „normal“, Perspektive fast immer frontal und Objekte sind fast immer in der Mitte. Der Goldene Schnitt scheint sowohl bei Alec Soth als auch bei der generellen Dokumentarfotografie keine wichtige Rolle zu spielen. Dennoch muss man Alec Soths Fotos als sehr gut und ausdrucksstark bezeichnen.

Meine dritte sehr interessante Erkenntnis war, dass Hamburg die Fotografie liebt. Als wir bei der Ausstellung ankamen, war es 17:00 Uhr und die Ausstellung war trotz der späten Zeit gut besucht.

   

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