Bin ich in Kunming oder in Yunnan?

Dass schon der Flug ein Abenteuer sein kann, habe ich zwar vermutet aber nie so richtig erlebt. Diesmal war es wirklich so. Das Abenteuer begann bereits auf dem Flug dort hin.

Die Verbindung (nach Shanghai), die ich mir ausgesucht hatte, ging über Kunming. Der ausgedruckte Reiseplan war mir schon etwas merkwürdig. Üblicherweise hat man für jeden Flughafen, an dem man umsteigt, detaillierte Angaben über den Flug. Hier standen der Anfangsflughafen in Dubai sowie der Endflughafen in Shanghai gut beschrieben da. Allerdings stand da auch 1 Stopp Kunming – ohne weitere Details. Das war schon merkwürdig.

Beim Einchecken bekommt man auch meistens mehrere Boardingkarten, auch für Umsteigeflüge (nur selten muss man neu einchecken an einem Zwischen-Stopp).

Ich bekam nur eine Boardkarte. Das war auch merkwürdig.

Ich fragte, ob ich vielleicht das Flugzeug gar nicht verlassen solle, auch das ist manchmal so. Die Antwort habe ich nicht ganz verstanden, es ging aber eher in die „Nein“-Richtung.

Ohne Boardingkarte und mit Abenteuerlust ging es nach Shanghai.

Am Flughafen in Kunming angekommen habe ich dann das Flugzeug verlassen und lief einfach mit der Masse.
Auf einmal hörte ich, und bald sah ich, eine Frau, die auf Chinesisch ziemlich hektisch etwas schrie. Zwischendurch habe ich etwas Ähnliches geglaubt gehört zu haben. Ich habe sie angesprochen und sie zeigte mir einen Stapel an Boardingkarten, die sie in den Händen hielt. Es war mir klar, dass meine auch dabei war, und dass ich sie suchen musste.

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Auf der Boardingkarte stand auch die Abflugzeit und ich hatte etwa 1,5 Stunden Wartezeit. Genug Zeit um den Flughafen zu erkunden. Ich bin auch nach draußen gegangen, und da sah ich ein Schild: „Willkommen in Yunnan“. Laut meinem Reiseplan sollte ich aber in Kunming sein!?

Wikipedia hat später meine Ungewissheit aufgelöst: Yunnan ist die chinesische Provinz und ihre Hauptstadt ist Kunming.

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Zum Glück war das Gepäck durchgecheckt. Leider war es aber mit ihm auch nicht wie sonst. Als wir in Shanghai angekommen waren stand diesmal ein Mann vor der ankommenden Menschenmasse und schrie etwas auf Chinesisch. Ich habe nur Dubai erahnen können und ging zu dem Mann um zu fragen was er sagt.
Er fragte mich, ob ich Gepäck aufgegeben hätte, falls ja soll ich bei ihm warten. Als er einige Menschen so „herausgefischt“ hatte, gab er uns ein Zeichen ihm zu folgen. Etwa 10 Minuten lang hat er uns durch die „geheimen“ Gänge des Flughafens und an vielen Polizisten vorbei geführt. Zum Schluss brachte er uns zum Gepäckausgabe-Band wo auch gerade unsere Koffer kamen. Zum Glück habe ich immer die Stadtnamen erahnen können denn es war alles eben etwas anders organisiert.

   

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