Das Slum-Kind und die Frau die Steine zerkleinert

Warum ich am 03.04.2016 den Paris-Marathon für die Kinder aus den Slums von Dhaka, Bangladesch, laufen werde und was mich berührt hat, will ich euch mit einem Buch zeigen.
Das Buch „Slum-Kind“ besteht aus Kurzgeschichten, die zeigen wie ein Kind aus dem Slum die Welt sieht.

„Das Slum-Kind und die Frau die Steine zerkleinert“, eine Kurz-Geschichte aus dem Buch „Slum-Kind“



„War doch zu erwarten – du kannst gar nichts, Slum-Kind!“, meint Mamun und grinst.

Er hat bestimmt recht.

Es liegt bestimmt daran, dass meine Eltern nicht schreiben können und wir im Slum leben.

Er ist „Sir“ und er ist „Boss“.

Er weiß es, er hat recht, er hat immer recht.

Ich beuge meinen Kopf als Zeichen meines Respektes.

Das hat mir schon meine Mutter gezeigt.

Sie sagt: „Es ist Tradition. Es war schon immer so.“

Sie lehrt mich die Tradition zu respektieren.

Sie sagt noch: „Gibt dir Mühe und erfülle gut deine Arbeit“. Und dann zeigt sie mir stolz Ihre Hände. Sie sind voll mit Blasen. Zwei Fingernägel sind sogar schwarz. Bald sollten sie abfallen und neue werden wachsen.

Das ist eine übliche Verletzung bei den Frauen, die die Steine mit einem Hammer zerkleinern. Meine Mutter ist die beste von allen in der Nachbarschaft.

Mamun geht mit mir in die gleiche Klasse. Obwohl seine Eltern immer gut angezogen sind und gute Arbeit haben ist Mamun nicht besonders gut in Mathe. Er versteht es einfach nicht. Dabei ist es so einfach.

Das habe ich ihm aber nicht gesagt, ich habe einfach nur auf den Boden geschaut und die Tradition respektiert.


 

Das soziale System in Bangladesch ist von Kasten bestimmt. Die Gesellschaft ist in verschiedene Kasten, die sich gegenseitig nicht mischen, aufgeteilt. Wechseln zwischen den Kasten ist ebenfalls nicht möglich. Da wo man geboren wurde, bleibt man das ganze Leben. Diese Tatsache wird als solche von allen akzeptiert und so gut wie nie angezweifelt. Man nennt es Tradition. Menschen, die in den Slums leben, gehören zur untersten Kastenschicht. Die Berührungspunkte zwischen den Kasten sind oft sehr problematisch.

Die Kinder, die durch die Maria Cristina Foundation zur Schule gehen, gehen zusammen mit den Kindern aus den höheren Kasten dorthin.

Der alltägliche Druck, der dann auf den Kindern lastet, ist doppelt so hoch und der Weg zum Schulabschluss doppelt so schwer.

 

Zum Spenden

 

   

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