Der gefährliche Mittlere Osten

Gerade heutzutage wird viel über den Mittleren Osten berichtet. Politische Unruhen und gesellschaftliche Umbrüche sind an der Tagesordnung.  Zuerst sollte aber gesagt werden, dass die Vereinigten Arabischen Emirate ein sehr stabiles und sehr sicheres Land sind. Die Führer des Landes folgen einer sehr guten Strategie: Respektiere alle, werde von Anderen respektiert und schaffe eine Art Unabhängigkeit.  Klare Ziele, starkes Auftreten, konsequentes Handeln und Respekt schaffen eine sehr angenehme Atmosphäre im Land. Die Menschen hier sind sehr glücklich und das ist ganz klar der Verdienst der Landesführung. Ein Kompliment!

Ich will aber dieses Mal nicht die politische Lage der Region erörtern.

Es geht mir viel mehr um gefährliche Tiere, die in der Region und besonders in den VAE vorzufinden sind.

Gerade in den VAE sind Outdoor-Aktivitäten sehr beliebt. Wandern durch das Gebirge oder durch die Wüste, Motorcross, Mountainbiking oder einfach nur das Zelten in der Wüste sind hier sehr beliebt. Aber wie in jedem Land muss man auch hier draußen vorsichtig sein. Es gibt doch einige Tiere hier, mit denen eine Begegnung nicht immer glücklich verläuft.

Schlangen

Sandrasselotter (englisch: Carpet oder Saw Scaled Viper)

Sie ist die gefährlichste Schlange, die in den VAE gefunden werden kann. Sie lebt hauptsächlich in den östlichen Teilen des Landes und im Norden Omans (Musandam).

Sie erreicht eine Länge von etwa 50 cm. Sie ist aggressiv und angriffslustig.

Diese nachtaktive Schlange versteckt sich unter Steinen und kommt in der Dämmerung heraus. Ähnlich wie andere Wüstenschlangen kann sie sich seitenwärts fortbewegen.

Hornotter (englisch: Horned Viper oder Sand Viper)

Sie ist ebenfalls sehr giftig und sehr gefährlich für den Menschen. In den VAE kommt sie beinahe flächendeckend vor.

Sie ist nicht aggressiv, allerdings kommt sie auch den Menschen nah. Diese bis etwa 85 cm lange Schlange bevorzugt das Leben im Sand, so trifft man sie zumeist in den Wüsten der VAE an.

Falls sie keinen Schatten findet, gräbt sie sich in den Sand ein  bis nur die Augen auf der Oberfläche bleiben. Sie ist gehört zu den nachtaktiven Tieren.

Sandrenn-Natter (englisch: Sand Racer)

Diese Schlangenart gehört zu den längsten Schlangen in den VAE. Sie erreicht bis 155 cm. Sie hat ein mittelstarkes Gift,  ist aber ungefährlich für den Menschen. Wenn sie einen Menschen beißen, können sie oft kein Gift in die Bisswunde hineinspritzen, da Ihre Zähne sehr weit hinten sind. Ihr Name beruht auf Ihrer Fähigkeit sich unglaublich schnell über den Sand zu bewegen. Da sie sehr leicht ist muss sie sich nicht seitwärts bewegen und versinkt auch in weichem Sand kaum.

Sie ist gern in der Nähe menschlicher Siedlungen und ist tagaktiv. Da sie gut klettern kann findet man sie auch in den Bäumen in den Städten.

Wadi Racer

Diese Schlange sieht genauso aus wie Sandrenn –Natter, ist aber etwas kürzer. Sie lebt vorzugsweise in steinigen Gegenden und am liebsten in ausgetrockneten Flussbetten (Wadis).

Wurm-Schlange (englisch: Thread Snakes)

Sie gehört zu den kleinsten Schlangen der Welt. Sie ist sehr dünn und erreicht etwa 15 cm Körperlänge. Man findet sie häufig in Gärten. Sie ist nicht giftig und für den Menschen ungefährlich.

Sandboa (englisch: Sand Boa)

Diese Schlange lebt zwar in den VAE, wird aber nur sehr selten gesichtet. Sie ist nachtaktiv und verbringt die meiste Zeit unter dem Sand, wo sie auf Ihre Beute lauert. Sie ist bis etwa  40 cm lang und ist ungefährlich für Menschen.

Israelische Katzennatter (englisch: Cat Snake)

Diese Schlang  mit etwa 100 cm Körperlänge ist dämmerungs- und nachtaktiv. Se ist giftig, ihr Gift ist aber für Menschen nicht tödlich. Da ihre Giftzähne hinten sitzen, kann sie nicht immer Gift in die Bisswunde eines Menschen einspritzen.

Arabische Kobra (englisch: Arabian Cobra)

Sie kommt seltener vor in den VAE, ist dafür aber häufiger in Saudi Arabien, dem Jemen und Oman anzutreffen. Sie bevorzugt steinige Plätze in der Nähe von Wasser, ist tagaktiv und giftig.

Spinnen

Generell ist sehr wenig bekannt über Spinnen, die in den VAE beheimatet sind. Einige Wissenschaftler beschäftigen sich in der Region mit diesem Thema und sehr oft werden sogar komplett neue Spezies entdeckt.

Die klimatischen Bedingungen in den VAE sind hervorragend für sehr viele Spinnenarten. Hier werden nur einige gefährliche, von denen man weißt, dass sie in den VAE vorzufinden sind, aufgezählt.

Rotrückenspinne

Diese Spinnenart gehört zu den 10 giftigsten Spinnen der Welt.

Sie ist  nur etwa 1 cm groß. Ursprünglich kommt sie aus Australien und wurde sehr wahrscheinlich in die VAE eingeschleppt. Sie ist eigentlich nicht aggressiv. Dennoch greift sie, wenn sie sich bedroht fühlt, an. Ihr Biss ist fast nicht zu spüren, seine Folgen sind jedoch sehr schlimm. Krämpfe, Lähmungen und große Schmerzen sind die Symptome des Giftes, das auch zum Tod führen kann. Am schlimmsten sind die Symptome in den ersten 12 Stunden, danach klingen sie ab.

Bis jetzt wurden sie nur in der Stadt Dubai gesichtet.

Als wir in Dubai gelebt haben, haben wir sie öfter gesehen. Manchmal haben wir sie sogar gefangen 🙂

Wolfspinne

Sie ist zwar giftig aber ihr Gift ist nur in den seltensten Fällen für einen Menschen tödlich. Auch diese Spinnenart trifft man in den VAE in meistens in den Siedlungen und Städten.

Gefangen in einem Familienhaus in Dubai

Walzenspinnen (englisch Camel Spider)

Diese Spinnenart oder besser gesagt diese Familie der Spinnen sieht zwar gefährlich aus, ist es aber gar nicht. Nur eine Art, die in Indien lebt, ist giftig und für den Menschen gefährlich.

Ihre Beine können bis 12 cm Spannweite habe, dadurch wirkt die Spinne größer als sie wirklich ist. Sie ist sehr schnell und fast ausschließlich nachtaktiv. Sie wird oft in der Wüste durch das Licht der Camper angezogen.

Schwarze Witwe

Sie ähnelt der Rotrückenspinne und hat ebenfalls eine rote Zeichnung auf dem Rücken. Sie ist etwa 1,5 cm groß, oft aber auch viel kleiner.

Ihr Biss ist kaum bemerkbar, da er wie ein Stich einer kleinen Nadel ist. Bereits nach 30 Minuten wirkt aber Ihr Gift. Muskelschmerzen und Bauchkrämpfe können als Folge des Giftes noch tagelang nach dem Biss andauern. Da die Menge des Giftes, das in die Wunde gespritzt wird ziemlich gering ist, droht dem Menschen nur selten Todesgefahr.

Skorpione

Es gibt etwa 14 Skorpionarten, die bis 1990 in den VAE gesichtet und katalogisiert wurden. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass es noch viel mehr Arten gibt. Insbesondere viele dieser noch „unbekannten“ Arten erwartet man im Hajar Gebirge.

Die größten Skorpione in den VAE sind  A. crassicauda und A. pterygocercus Skorpione. Sie können bis zu 15 cm groß werden.

A. crassicauda

A.pterygocercus

Die am weitesten verbreitete Art ist aber der etwa 7,5 cm große B.y.nigroaculeatus.

Skorpione findet man über all in den VAE. Die Städte sind da oft keine Ausnahme.

Diese Skorpione sind in der Regel giftig. Ihre Stiche sowie die Symptome des Giftes sind sehr schmerzhaft, aber selten tödlich. Nach 3 Stunden sind die Folgen des Giftes meistens bereits vorbei.

Interessant ist, dass Skorpione unter UV -Licht grüngelb fluoreszieren. Somit kann man sie nachts mit einem UV-Licht sehr gut und leicht finden.

Generell ist es aber zu bemerken, dass alle diese Tiere menschenscheu sind. Wenn Sie Menschen beißen, tun sie dieses ausschließlich aus Gründen der Selbstverteidigung. Gerade deshalb kann man sie in den Städten sehr selten antreffen. Aber auch draußen in den Bergen oder in der Wüste verstecken sie sich lieber. Insgesamt sind die VAE sehr sicher und wenn man einige Hinweise befolgt, kann bestimmt nichts passieren.

Folgende Hinweise sollten Sie auf jeden Fall beherzigen: Bevor Sie Schuhe anziehen diese unbedingt umdrehen und schütteln! Bevor Sie eine Jacke anziehen das Schütteln nicht vergessen! Bevor Sie sich in einen Schlafsack hineinlegen diesen auf Links umdrehen und schütteln! Setzen Sie sich nicht auf Steine, die Schlangen einen Unterschlupf bieten. Klopft man mit einem Stock auf den Boden kann man gut Schlangen vertreiben. Nehmen Sie grundsätzlich keine Spinnen oder Skorpione in die Hand.

Sollten Sie trotzdem gebissen werden es ist wichtig, so schnell wie möglich ein Krankenhaus aufzusuchen. Die Wunde selbst zu säubern und zu verbinden ist okay, versuchen Sie aber auf keinen Fall das Gift auszusaugen. Das was der Gebissene benötigt ist ein Gegengift, die beste Hilfe bekommt man also immer in einem Krankenhaus.

   

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