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Es ist dunkel und ich muss nach Hause

Warum ich am 03.04.2016 den Paris-Marathon für die Kinder aus den Slums von Dhaka, Bangladesch, laufen werde und was mich berührt hat, will ich euch mit einem Buch zeigen.
Das Buch „Slum-Kind“ besteht aus Kurzgeschichten, die zeigen wie ein Kind aus dem Slum die Welt sieht.

„Es ist dunkel und ich muss nach Hause“, eine Kurz-Geschichte aus dem Buch „Slum-Kind“



 

Es ist dunkel und ich muss nach Hause.

Überall ist so ein süßlicher Geruch. Manchmal, besonders nach dem Regen, tut er sogar weh in der Nase. Ich frage mich, ob Schokolade ähnlich süß riecht?

Es ist dunkel und ich gehe weiter.

Gleich hier um die Ecke, da sind sie immer. Zwei graue und ein schwarzer Hund, Ausgehungert und mager. Fast ohne Fell.

Ich weiß wenn ich den Hunden nicht nahe komme, werden sie mich nicht angreifen.
Aber bloß nicht schneller werden.

Mein Herz rast vor Angst und ich denke an meine Schwester.

Sie ist gestern doch losgelaufen und sie haben sie bis nach Hause verfolgt.

Zum Glück ist sie das schnellste Mädchen in der Nachbarschaft.

Es ist dunkel und ich muss nach Hause.

Es ist so dunkel, dass ich nicht mal die leere Milch-Packung auf der Straße sehen kann. Sie gibt unter meinem Fuß sehr leicht nach und die Luft zischt nur so durch die verschimmelte Öffnung der Packung.

Es ist kalt an meinen Füssen. Leider sind meine Schuhe bereits letzte Woche kaputt gegangen.

Papa hat versprochen mir diese Woche neue zu besorgen. Leider hat es bis jetzt nicht geklappt. Er sagte Reis wäre wichtiger.

Es ist okay und wenn ich vorsichtig bin trete ich auf nichts drauf und dann geht’s.

Papa sagte, mit 9 bin ich schon groß und kann schon mit unserem Nachbarn Tee auf der Straße verkaufen gehen. Er hat viel zu tun und kann gut Hilfe brauchen. Vielleicht kriege ich auch etwas Trinkgeld und keiner merkt es. Das Pokemon „Brutalander“ will ich mir kaufen.

Er ist der stärkste von allen.

Morgen habe ich Geburtstag. Dann bin ich 9 Jahre alt.

Es ist dunkel und ich muss nach Hause.


In den Slums von Dhaka gibt es offiziell keinen Strom. Das liegt daran, dass die dortigen Einwohner eigentlich nur inoffiziell dort sind. Meistens kommen sie aus noch ärmeren Gegenden des Landes und suchen dann die günstigste Unterkunft in der Stadt. Das sind die Baracken der Dhaka Slums.

Strom und Wasser werden „schwarz angezapft“ und um ein Vielfaches des normalen Preises an die Slum-Einwohner verkauft.

 

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