Fisch in der Tasche

Warum ich am 03.04.2016 den Paris-Marathon für die Kinder aus den Slums von Dhaka, Bangladesch, laufen werde und was mich berührt hat, will ich euch mit einem Buch zeigen.
Das Buch „Slum-Kind“ besteht aus Kurzgeschichten, die zeigen wie ein Kind aus dem Slum die Welt sieht.

„Fisch in der Tasche“, eine Kurz-Geschichte aus dem Buch „Slum-Kind“




Ich verstecke mich in der großen Pause immer hinter dem Schulgebäude.

Auch heute bin ich sehr hungrig. Noch bin ich alleine, aber gleich kommen Chandni und Maruf.
Ich frage mich was sie heute zum Essen haben.

Chandni bringt manchmal Roti, Brot, das Ihre Mutter gebacken hat. Es riecht immer so gut nach Knoblauch.
Ich kann kaum erwarten bis sie kommen. Ich habe richtig Hunger.

Maruf hat selten etwas mit. Ab und zu Reis.

Meine Mutter hat mir heute Fisch eingepackt. Er ist nur in dünnes Zeitungspapier gewickelt.
Ich habe ihn extra in eine Plastiktüte gesteckt damit meine Bücher nicht fettig werden.

„Sayeed, der Fischer“ sagte Mamun laut.

So laut, dass es die ganze Klasse hören könnte. Alle lachten.

Ich wollte nur mein Buch aus der Tasche holen.

Chandni und Maruf kommen endlich und ich öffne meine Tasche um den Fisch herauszuholen.

„Das riecht ja super, her damit!“ sagt Maruf.

Dieses Mal hat Chandni Reis und Maruf leider nichts dabei.

In unserem Versteck teilen wir Fisch und Reis.

 


Wenn das Geld nicht reicht essen die Bewohner der Slums von Dhaka nichts. Und die Kinder, die bekommen auch nichts.
Durch die Arbeit der Maria Cristina Foundation können über 200 Kinder dort eine Schule besuchen. Leider nehmen sie jeden Tag ihre Armut dorthin mit.
Sie begleitet diese Kinder auf dem Weg vom Slum zur Schule, sie ist in der Schule präsent und sie bleibt auch da, wenn sie ihre Hausaufgaben im Slum erledigen sollen.
Die Armut ist wie ein Schatten, der ständig an ihren Fersen klebt.
Und dazu kommt das Spannungsfeld zwischen Reichen und Armen. Gerade in der Schule prallen diese zwei Welten auf einander.
Eine Welt, die jeden Tag ihr Mittagessen in der Schulkantine genießt und die andere, die die nicht mal jeden Tag essen kann.

 

 
Zum Spenden
 

   

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