Kampfsport auf dem höchstem Niveau

Dass Kickboxen, Muay Thai und MMA fit machen ist allen bekannt. Sie fördern Ausdauer, Gleichgewicht und Kraft. Sie sind aber auch knallharte Sportarten. Wenn man sich die Profisportler in diesen Sportdisziplinen anguckt, dann sieht man Sportler, deren Körper voll mit gut definierten Muskeln und kaum fett sind, äußerst gute Kondition und Kraft, wo auch immer man hinschaut. Auch in diesen Sportdisziplinen werden Turniere nach verschiedenen Regeln organisiert. Einer der größten Wettbewerbe ist der Wettbewerb nach den K1-Regeln. Diese K1-Regeln besagen, dass man in 3 Runden je 3 Minuten kämpft. Man darf dabei Fäuste und Beine nutzen. K1 wurde in den 80er Jahren in Japan entwickelt und wird seitdem ausgetragen. Die Teilnehmer gehören zu der weltweiten Elite der Profi-Sportler aus verschiedenen Bereichen der Kampfsportarten.

Die Krönung dieser Turniere ist das jährliche K1 World Grand Prix Finale. Hier treffen sich die 8 besten Kampsport-Profis der Welt und messen sich untereinander. Diese Veranstaltung wurde immer in Tokio, Japan, veranstaltet. Nicht in diesem Jahr. Zum ersten Mal in der Geschichte von K1 wurde das große Finale in einem anderen Land ausgetragen. Das Land war Kroatien und die Stadt war Zagreb.
Am 15.03. trafen sich in Kroatien die 8 der Größten der Welt: Catalin Morosanu, Pavel Zhuravlev, Mirko Filipovic, Jarell Miller, Badr Hari, Zabit Samedov, Hesdy Gerges und Ismael Londt.

Vor den Augen der 15.000 Besucher in der Halle und Millionen Zuschauern weltweit an den Fernsehgeräten begann alles mit Feuer. Es sprudelte regelrecht aus allen Löchern, sogar aus den vier Ecken des Ringes. So heiß und feurig blieb der ganze Abend, voll mit Feuer und Kraft – aber auch voll mit Schweiß und hin und wieder Blut. Teilweise haben wir und unsere Fotografen-Kollegen ganz schon aufpassen müssen. Die Körper der Kämpfer flogen im Ring in einer Geschwindigkeit, die unsere Reflexe, den eigenen Kopf mit der Kamera in Sicherheit zu bringen, ganz schon auf die Probe stellten. Wenn man es geschafft hatte, blieb nur noch das Putzen des Schweiß-Blut-Gemischs von der Kamera und es konnte weiter gehen.

4 Final-Kämpfe, 6 Super-Kämpfe und 1 Reserve-Kampf kreierten ein Spektakel, das seines Gleichen sucht. 5 Stunden lang purer Kampfsport im Voll-Kontakt lieferten für jeden Besucher oder Zuschauer ein unvergessliches Erlebnis.
Die 8 Kämpfer traten paarweise gegen einander, danach die Gewinner und am Ende die Finalisten. Also musste der Beste unter den Besten an einem Abend 3 Mal kämpfen.  Wie erwartet waren die absoluten Stars des Abends Mirko Filipovic und Badr Hari. Die Halle begrüßte diese Kämpfer mit einem Jubel, den man mit Sicherheit noch weit außerhalb der Mauern hören konnte.

Mit seinen 39 Jahren ist Mirko Filipovic bereits eine Legende des Kampfsportes. In seiner Karriere gewann er bereits den Pride Gürtel. Sollte er an diesem Abend gewinnen, so wäre er der erste Kämpfer weltweit, der je einen Pride und einen K1 Gürtel gewonnen hätte.
Badr Hari, Bad Boy. Aber wirklich Bad Boy. Er ist bekannt wegen seiner Aggressivität im und außerhalb des Rings. Sie brachte ihm nicht nur Siege im Ring sondern auch große Probleme im täglichen Leben. Badr Hari, marokkanischer Kampf-Sportler, gilt als der beste Kämpfer der Welt.

Mirko kämpfte in seinem ersten Kampf bedacht und mit wenigen Risiken, gewann aber souverän. Badr Hari zeigte bereits in seinem ersten Kampf des Abends auf der Spitze seiner Kräfte zu sein. Mit für ihn charakteristischer Wucht forderte er seinen Gegner  und gewann nach Punkten. Pavel Zhuravlev verwandelte das Gesicht seines Gegners in eine blutige Landschaft und Ismael Londt explodierte förmlich – bereits in den ersten Sekunden des Kampfes. Diese Explosion konnte er alle 3 Runden beibehalten und zeigte damit, dass er mit seiner Kondition die absolute Spitze des Kampfsportes mit Recht besetzt.

Mirko Filipovic, Badr Hari, Ismael Londt und Pavel Zhuravlev waren somit eine Runde weiter.

Das Publikum war außer sich, die 2 Lieblinge waren weiter. Ein Finale Badr Hari und Mirko „CroCop“ Filipovic, das wünschte sich jeder. Das wäre es!

Nach einigen Super-Kämpfen erreichte uns eine schockierende Nachricht: Badr Hari konnte nicht weitermachen, er war verletzt. In einem der gewaltigen Kicks, die man nur von Badr Hari kennt, verletzte sich Badr am Fuß. Lange nach dem Kampf, als er sich abgekühlt hat, schwoll sein Fuß dermaßen an, dass er gar nicht mehr auftreten konnte. Die Ärzte diagnostizierten einen Bruch und er konnte und durfte nicht mehr weitermachen.  Da die Verletzung sehr ernsthaft war wurde Badr sofort ins Krankenhaus gebracht. An seiner Stelle sollte sein Gegner aus Aserbeidschan, Zabit Samedov, antreten.

Das Drama des Abends spitze sich zu als uns die nächste Nachricht erreichte: Zabit war ebenfalls wegen einer schlimmen Verletzung ins Krankenhaus gebracht worden. Also war der Gewinner des Reserve-Kampfes, der mutige Dzevad Poturak dabei, an Badrs Stelle anzutreten.
Das Halbfinale konnte losgehen.

Im Halbfinale trafen sich Mirko und Pavel sowie Ismael und Dzevad. Mirko kämpfte mit einem vorsichtigen, aber sehr starken und gefährlichen Stil. Ismael dagegen zeigte sein äußerst gefährliches  fliegendes Knie gleich mehrfach. Am Ende war es klar: die Besten der Besten, Mirko und Ismael , waren im Finale.

Bereits das war für das kroatische Publikum ein Riesenereignis. Der Kroate Mirko war so nah an den Titel gekommen wir kaum ein anderer vor ihm.

Beide Giganten trafen sich zum ersten Mal in deren Karrieren. Das Treffen war regelrecht bombastisch. Ismael setzte weiterhin sein fliegendes Knie ein und Mirko seinen legendären linken High Kick.

Ein Schlag folgte dem anderen und die Spannung stieg ins Unermessliche. Einige Male schrammten beide Kämpfer an einem KO nur knapp vorbei. Am Ende eines sehr ausgeglichenen Kampfes war „CroCop“ doch etwas besser und gewann das K1-Finale.
Zum ersten Mal in der Geschichte hatte jemand Pride und K1-Gürtel gewonnen. Und zum zweiten Mal war ein Kroate Gewinner des K1-Finales. Das kroatische Publikum jubelte und feierte zu recht noch lange nach dem Kampf.

Nach 5 Stunden packender Action ging der Abend zu Ende. Mirko Filipovic, „CroCop“, die Legende, schrieb an diesen Abend die Geschichte des K1 und des Kampfsportes.
Ihr Muay Thai Magazin

(www.muaythai-magazin.de)

   

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