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Von Mirdif über Al Warqa’a und Warsan nach International City

Wenn man am Rand einer Wüstenstadt Fahrrad fahren möchte, muss man auf einiges gefasst sein. Seit einigen Wochen bin ich in Dubai und fahre jeden Tag die Strecke von Mirdif über Al Warqa’a und Warsan nach International City.Wenn man sich die Stadtteile Mirdif und International City auf einer Karte anschaut, so stellt man fest, dass die Entfernung Luftlinie max. 10 km beträgt. Wenn man weiterhin die Karte studiert, gewinnt man den Eindruck, dass man es beinahe so auch fahren kann. Dann legt man los und kommt bis zur ersten Hauptstraße. Die ist noch 2-spurig und man glaubt noch, das kriegt man hin. Diese Straße schafft man auch. 2-3 km weiter stößt man auf eine weitere Hauptstraße, Hatta Road. Auch sie sieht auf der Karte harmlos aus. Sie hat aber 4 Spuren in einer Richtung. Zusätzlich hat sie einen Zaun in der Mitte und ist somit unpassierbar.
Also habe ich eine andere Strecke finden müssen. Sie ist etwa 20km lang und führt sogar einige km durch die Wüsste.
Die Strecke sieht auf der Karte harmlos aus. Sie ist es aber nicht. Der schlimmste Teil ist der Kreisverkehr auf der Hatta Road.

Das ist die einzige Stelle wo man diese breite Straße überqueren kann. Da der Kreisverkehr mitten auf der Autobahn gebaut ist, 4 Spuren hat und der Verkehr dort unheimlich schnell ist, ist das Überqueren dieses kleinen Stückes sehr schwer. Am Anfang stand ich da bis zu 20 Minuten und wartete auf eine Gelegenheit zum Überqueren. Die Gelegenheit kommt aber meistens gar nicht, da es sehr viele Autos gibt. Nach ein paar Mal habe ich aber eine eigene Strategie entwickelt. Sie heißt im Wesentlichen:

  • Ein bisschen verrückt sein und riskieren
  • Sich im Schatten eines Autos bewegen
  • Sehr, sehr schnell sein und
  • Keine Angst haben

Allerdings hat mach hier auch mit anderen Widrigkeiten zu kämpfen. So bald man außerhalb der Stadt ist, und insbesondere in den Wintermonaten, hat man mit dem Sand und dem Wind zu kämpfen. Im Sommer kommen noch die Hitze und Luftfeuchtigkeit hinzu.

Es ist unvorstellbar, wie die Verhältnisse sind, wenn es windig ist. Es sieht so aus als ob man durch Nebel fährt, dabei ist es aufgewirbelter Sand. Auch bei kleinen Geschwindigkeiten fühlt sich der Sand wie Schmirgelpapier auf der Haut an. Und auf eine wundersame Weise dringt der Sand überall unter die Kleidung und in alle Körperöffnungen. Ein Fahren ohne Halstuch, das man über Nase und Mund hochzieht, ist einfach nicht möglich. Ich habe mir anstatt eines Halstuches, so ein Schlauchtuch („Head“) gekauft. Das bekommt man in jedem Fahrradladen in Dubai.

Das Bild ist  nicht verwakelt oder unscharf – es ist Sand in der Luft

Sollte man ohne Brille fahren, wird man sehr schnell feststellen, dass auch dies nicht möglich ist, da die Augen sehr schnell voll sind mit Sand.
Der letze Punkt, der zu erwähnen ist, ist das Fahrrad. So wie der Sand in alle Körperöffnungen eindringt, so dringt er auch in das Fahrrad ein. Allein aus diesem Grund sollte man meiner Meinung nach am Fahrrad nicht sparen, wenn man solche Touren unternehmen möchte. Mein Scott hält bis jetzt tapfer mit.

   

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