Wie war eigentlich 2017?

Erschreckend war es! Die richtige Frage wäre somit: „In welcher Welt leben wir eigentlich?“

Wir leben in einer Welt in der der Präsident eines Landes 93 Jahre alt sein kann und nicht mal daran denken muss, seine bereits 30jährige Präsidentschaft zu beenden und an jemand Jüngeren abzugeben. Und wenn er doch dazu gezwungen wird, wird ein 75jähriger – nur in ein paar Tage später – als neuer Präsident vereidigt.

In einer Welt in der Menschen im Namen Gottes mit einem rasenden Auto in eine Menschenmenge fahren, viele auf dem kürzesten Weg in den sicheren Tod oder in die Zukunft als Behinderter schicken.

Ja, wir leben in einer Welt in der hunderttausende Menschen deren Häuser, Städte und Länder verlassen müssen, in kleinen überfüllten Booten die Meere überqueren und zu fuß tausende Kilometer einer besseren Zukunft entgegen gehen. Und das alles nur, weil sich die Großen nicht einigen können wie sie die Schätze des Landes verteilen. Da sind aber auch die anderen hunderttausende Menschen die fliehen, nur weil sie einer Religion angehören, die in einem Land nicht willkommen ist.

In der gleichen Welt haben manche Länder schon Mauern an den Grenzen gebaut, um diese Ströme der leidenden Menschen umzulenken. Manche andere bereiteten sich in 2017 auf den Bau vor.

Wie demokratisch ist diese Welt, in der der Präsident des demokratischsten Landes seine Familie auf direktem Weg in der Regierung platziert und diesen die wichtigsten Aufgaben der Landesregierung übergibt.

Was kann noch mit der Welt passieren, wenn in einem der führenden Länder eine sehr rechtsausgerichtete Partei den Einzug ins Parlament schafft und dort 92 Sitze besetzt.

Und als ob das Ganze nicht genug wäre, so überlegt der Präsident einer der führenden Weltmächte die Einfuhr von Jagdtrophäen bedrohter Tierarten zu erlauben. Und wenn er es in 2017 nicht gemacht hat, dann ist da noch 2018.

In dieser gleichen Welt werden junge Männer durch die eigenen Freundinnen erschossen bei der Aufnahme eines Videos, das ihnen eigentlich zur Bekanntheit verhelfen sollte. Es sollte viele Millionen Zuschauer bringen – stattdessen brachte es nur Tod.

Wir sind in dieser Welt in der Lage, täuschend echte künstliche Intelligenzen zu schaffen. So echt, dass man sich mit ihnen Unterhalten kann ohne zu merken, dass sie nicht menschlich sind. Und so weit entwickelt, dass sie sogar eine eigene Sprache entwickeln. Und zum Schluss des Jahres sogar eigenmächtig einen Wunsch nach einer eigenen Familie äußern. Dabei sollte ihre Tochter Sophie heißen.

Gleichzeitig und im gleichen Jahr 2017 waren wir kaum in der Lage, den Ebola-Ausbruch in mehreren afrikanischen Ländern zu verhindern, einzudämmen und zu stoppen.

Das ist die Welt, in der wir gerade leben. Leben und zuschauen was gerade passiert.

Das nächste Jahr wird bestimmt besser.

   

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